Die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten ist im vergangenen Jahr in Brandenburg weiter zurückgegangen. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik 2025 sank sie um 5,7 Prozent auf 166.508 Straftaten (2024: 176.641 Straftaten). Ohne ausländerrechtliche Verstöße markiert die Zahl von 151.124 Straftaten (2024: 156.720, -3,6 %) einen historischen Tiefstwert. Die Aufklärungsquote lag bei 57,7 Prozent (2024: 58,4 %).
Innenminister Dr. Jan Redmann: „Der positive Trend aus dem vergangenen Jahr hat sich fortgesetzt und die Zahl der Straftaten ist insgesamt erneut gesunken – diese gute Nachricht für Brandenburg gilt zum Beispiel für Diebstahlsdelikte genauso wie für Fälle von häuslicher Gewalt oder Opferdelikte an Schulen. Mit Sorge betrachte ich allerdings den erneuten Anstieg der Fallzahlen bei der Gewaltkriminalität. Und auch wenn die Zahl der Angriffe auf die Polizistinnen und Polizisten leicht zurückgegangen ist, verharrt sie weiter auf einem hohen Niveau, genau wie die Zahl der Gewalttaten gegen Feuerwehr- und Rettungskräfte. Jeder Angriff auf diejenigen, die sich mit größtem persönlichem Einsatz tagtäglich für die Sicherheit und Gesundheit unserer Bevölkerung einsetzen, ist einer zu viel.“
Polizeipräsident Oliver Stepien: „Die sinkende Gesamtzahl der Straftaten ist eine gute Nachricht. Sie ist in Teilen geprägt durch veränderte Rahmenbedingungen, wie beispielsweise die Teillegalisierung von Cannabis. Die Zunahme beim Wohnungseinbruchdiebstahl zeigt eine Entwicklung, die wir fortlaufend sehr genau analysieren müssen. Die Täter agieren überregional, professionell und entwickeln immer wieder neue Methoden. Neben polizeilichen Maßnahmen kann jeder Einzelne durch Sicherheitsvorkehrungen dazu beitragen, das Risiko eines Einbruchs zu verringern. Ich empfehle daher die kostenlosen technischen Beratungen unserer Kolleginnen und Kollegen der Prävention.“
Besondere Entwicklungen im Detail
Knapp ein Drittel der Gesamtkriminalität machen Diebstahlsdelikte aus, wobei die Fallzahl um 4,5 Prozent gesunken ist (2024: 53.021; 2025: 50.612) und damit fast den Tiefststand aus dem Jahr 2021 (50.572) erreicht hat. Im Vergleich zum Jahr 2011 sanken die Fälle bis 2025 um 39,5 Prozent (-32.993). Gesunken ist insbesondere die Zahl der Autodiebstähle (2024: 2.180, 2025: 1.724; -20,9 %). Die Zahl der Fahrraddiebstähle liegt bei 7.548 (2024: 8.591, -12,1 %) und damit so niedrig wie noch nie seit Erhebung der Statistik. Zum Vergleich: Im Jahr 1996 wurden 29.392 Fälle von Fahrraddiebstählen registriert. Gestiegen ist dagegen die Zahl der Wohnungseinbrüche (2024: 2.557, 2025: 3.164, +23,7 %). Zwei Drittel der Fälle des Wohnungseinbruchdiebstahls liegen in den Gemeinden/Städten des engeren Verflechtungsraums rund um Berlin (2025: 2.074 Fälle).
Die Zahl der Straftaten gegen Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz ist zwar im Jahr 2025 um 22,8 Prozent auf 15.384 (2024: 19.921) gesunken, bewegt sich aber weiterhin auf hohem Niveau. Die Aufklärungsquote liegt in diesem Bereich bei 98,9 Prozent (2024: 99,6 %), die Aufklärungsquote ohne ausländerrechtliche Verstöße ist um 0,2 Prozentpunkte auf 53,5 Prozent gestiegen.
Die Fälle der Gewaltkriminalität bleiben weiter auf einem hohen Niveau und sind um zwei Prozent auf 5.443 (2024: 5.335) gestiegen. Der häufigste Tatort bei Gewaltkriminalität mit fast einem Viertel (24,3 %) der Fälle ist die Wohnung. Die Fälle von Häuslicher Gewalt sind um 5,2 Prozent gesunken auf 6.434 (2024: 6.790). Zum Tod von fünf weiblichen Opfern im Bereich der Häuslichen Gewalt wurden 2025 die Ermittlungen abgeschlossen. Unter dem Begriff Gewaltkriminalität werden verschiedene vollendete oder versuchte Delikte zusammengefasst, die der mittelschweren bis schweren Gewaltkriminalität – wie beispielsweise gefährliche und schwere Körperverletzung, Mord, Totschlag oder Vergewaltigung – zuzuordnen sind.
Die Zahl der Opferdelikte an Schulen ist um 52 Fälle (-3,3 %) auf 1.531 zurückgegangen, wobei sich anteilig auch die Zahl der Fälle von vorsätzlich einfachen Körperverletzungen im Schulkontext um 11,6 Prozent auf 754 Fälle (-99) reduzierte. Gestiegen ist dagegen die Zahl der Tatverdächtigen (1.591, +15), gesunken die Opferzahl um 147 auf 1.732. Die Zahl der Opferdelikte bewegt sich weiterhin auf hohem Niveau, mehr als jedes zehnte Opfer ist dabei eine Lehrkraft.
Nach dem Höchststand aus dem vergangenen Jahr sind Gewalttaten gegen Polizeibeamte zwar zurückgegangen (2024: 1.492, 2025: 1.365), es ist jedoch der zweithöchste je erfasste Wert, das entspricht rund vier Fälle pro Tag, an denen Polizisten angegriffen werden. Bei den Gewalttaten gegen Feuerwehr- und Rettungskräfte ist der Höchstwert von 2024 (72) noch einmal auf 73 Fälle gestiegen.
Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung nahmen im Berichtsjahr gegenüber dem Vorjahr um 18,5 Prozent auf 3.344 Fälle (+522) zu. Im Wesentlichen war die Entwicklung auf zunehmende Fälle der Verbreitung, des Erwerbs, des Besitzes und der Herstellung kinder- und jugendpornographischer Inhalte zurückzuführen. Zu mehr als der Hälfte dieser Fälle wurden minderjährige Tatverdächtige (unter 18 Jahren) erfasst.
Im sechsten Jahr in Folge ist ein Rückgang der Rauschgiftkriminalität zu verzeichnen (2024: 4.953; 2025: 3.045, -38,5 %), im Jahr 2025 hat sich dabei auch die Cannabisteillegalisierung im April 2024 erstmals auf ein volles Statistikjahr ausgewirkt. Die Zahl der Rauschgifttodesfälle ist im Vergleich zum Vorjahr um zwei auf 19 gestiegen.
Hintergrund
Die PKS ist eine sogenannte Ausgangsstatistik. Das bedeutet, dass in ihr der Polizei bekannt gewordenen und durch sie endbearbeiteten Straftaten, einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche und der vom Zoll bearbeiteten Rauschgiftdelikte, abgebildet werden und eine statistische Erfassung erst bei Abgabe an die Staatsanwaltschaft erfolgt.
Der Bericht zur PKS ist hier abrufbar.